Erfolg oder Entfolgen? – FC St.Pauli 2004 bis 2014

Dieser Artikel erschien zunächst im ÜS#115 und ist ein guter Beleg dafür, warum Print voraussichtlich noch lange nicht tot sein wird und warum Fanzines auch weiterhin “offline” ihre Berechtigung haben.
Da wir aber komplett ausverkauft sind und die Sommerpause vor der Tür steht: Druckt Euch den Text aus, nehmt ein Kaltgetränk Eurer Wahl zur Hand und nehmt Euch Zeit ihn in Ruhe zu lesen. Ein Rückblick von Mirco auf die letzten zehn Jahre des FC St.Pauli.
(Klarer Vorteil hingegen in der Online-Version: Man kann die entsprechenden Lieder aus den Zwischenüberschriften verlinken.)

Heart of Glass (Blondie)

Aufstieg in Liga zwei, Aufstieg in Liga eins, ein dreiviertel fertiges neues Stadion, alles seriös durchfinanziert, eine sportlich verheißungsvolle erste Mannschaft, ein Verein, der sich um Belange des Viertels wirklich aktiv bemüht (z.B. “Kiezhelden”), überwiegend bescheidene Sympathieträger in diversen offiziellen Ämtern, ein modernes Marketing und Stabilität, Fanräume, ein in Aussicht stehendes Museum. Endlich Stabilität! Und Kontinuität.

Ist wirklich alles gut?

Es liest sich – vielleicht auch gerade vor der Hintergrund des Chaos, in das der hsv gerade zu stürzen droht (oder bereits gestürzt ist?) – wie ein Tonikum für die Seele nach Jahren, ach was, Jahrzehnten des finanziellen, moralischen und sportlichen Chaos. Wo standen wir vor zehn Jahren, also 2004?

Misswirtschaft (Prollhead)

Die erste Mannschaft befand sich in der Regionalliga Nord. Am 25.04.2004 gewannen wir 2:0 gegen die zweite Mannschaft des BVB durch Tore von Akbel und Hanke. Ein 0:0 zu Hause gegen Sachsen Leipzig sollte folgen. Die Saison unter Cheftrainer Andreas Bergmann wird am 05.06.2004 mit einer Auswärtsniederlage gegen Braunschweig als Tabellenachter abgeschlossen sein. Erfolgreichster Torschütze mit elf Treffern ist Mourad Bounoua.

Die Gästefans stehen noch Süd, es gibt noch eine echte Meckerecke und wenn es regnet wird nicht nur die Mannschaft nass (und es hat, weiß Gott, viel geregnet in der RL). Bier bestellt man noch mit “mach mal zwölf auf acht” und festes Schuhwerk ist Pflicht, da man ansonsten im Morast der unbefestigten Treppenstufen versinkt.

Zwei weitere Jahre in der “Regio” sollen noch folgen, das erste wiederum wurde im Sommer 2003 ad acta gelegt und alle waren froh, dass es nicht noch schlimmer kam. Man erinnere sich an die Retterkampagne. Es war knapper als viele heute dachten. Der FC St.Pauli stand kurz vor dem Zwangsabstieg in die Oberliga. 1,95 Millionen EUR wurden benötigt und man war mit über 4 Mio EUR verschuldet.

Ich will nicht alle Elemente der Retter-Kampagne im Einzelnen ins Gedächtnis zurückrufen. Jeder wird seine eigenen Erinnerungen an diese Zeit haben. Nur eines: Irgendwie war’s egal, wie das Geld reinkommt, Hauptsache, wir kommen durch. Ursache für den damals von Altona 93-Fans genüsslich kreierten Schlachtruf “St. Pauli, McDonalds und die CDU”. Haben wir damals ein Stück Seele verkauft? Oder heiligt der Zweck die Mittel? Ich will das nicht beantworten, aber ich will es fragen.

Mein letztes Geld geb ich für Fussball aus (Tony)

Corny Littman, einer der polarisierensten Präsidenten ever, legte den Grundstein für all das, was heute funktioniert. Die Strukturen wurden gestrafft, Menschen verlieren Jobs (ob zu recht oder unrecht kann und will ich nicht beurteilen), er verprofessionalisierte Verein, Prozesse, Mitarbeiter und das Umfeld. Manche seiner Ideen oder Initiativen (remember Millerntaler) wurden gestoppt oder zumindest kritisiert, den durch die finanziell immer bessere Ausgangslage einhergehenden sportlichen Erfolg mochte man aber auch nicht so recht missen.

Der Verein stand lange nicht derartig vor der Gretchenfrage seiner eigenen Existenz, wie in diesen damaligen Tagen.

Denn: Nach sportlichem Erfolg sehnten sich alle. Es lagen vier Jahre Arminia Bielefeld II und Wolfsburg II im Nieselregen mit 18 mitgereisten Gästefans hinter uns. Zudem wuchs eine durch Holger Stanislawski zusammengestellte, sympathietragende Mannschaft zusammen. Mit Protagonisten, die durch Charakter und Disziplin einiges an spielerischer Finesse vergessen ließen. Es war die Zeit der Heldengeneration und jeder Potentat dieser Welt weiß, dass man am einfachsten im Hintergrund Strukturen verändern kann, wenn im Vordergrund der Plebs mit Brot & Spielen beschäftigt ist.

Mit dem Aufstieg in Liga zwei 2007 veränderte sich… erst einmal nix. Die Mannschaft der ersten Herren war geil und spielte gleich gut mit. Als Fan durfte man zufrieden sein. Das Stadion war wieder voll und es kamen auch wieder Leute, die ja “schon immer im Stadion waren”, aber in den Jahren der Regionalliga einfach “die Schnauze voll” hatten und ihre Dauerkarte von 1991 mit dem Abstieg 2003 nicht mehr verlängert haben. Ein bis heute andauerndes Phänomen setzte ein: Die Jagd nach einer saisonübergreifenden Dauerkarte. St. Pauli wurde knappes Gut und das bedeutet Umsatz.

Its a long way to the top (AC/DC)

St. Pauli erlebte einen Boom. Man spielte ordentlich mit, Holger Stanislawski galt als Sympathieträger auch über den Verein hinaus und Corny Littmann – im eigenen Verein eigentlich nur von den zahlreicher werdenden “Erfolgsfans” unumwunden geschätzt – galt für Menschen außerhalb des Vereinsumfelds als “typisches” crazy Lokalkolorit. Die lustigen Paulis mit ihrem originellen Präsidenten, guck mal an. Das ist ja lustiger als beim hsv, die in der Saison 2010 unter Armin Veh im grauen Mittelfeld der ersten Bundesliga verschwanden. Bei St. Pauli geht’s um was. Bei jedem Spiel wird gesungen und gefeiert. St.Pauli wird (noch mehr) Eventverein.

Und sogar das Stadion wurde neu durchdacht. Nach etlichen Versuchen, Ideen und Entwürfen, die vor zwei Dekaden sogar zu Initiativen und der Gründung unserer Übersteiger-Keimzelle – des Millerntor Roar! – geführt haben, entstand nun ein Plan zum Bau eines neuen Stadions, der durchaus Konsens in vielen Teilen der Fanszene fand. Orientierte man sich doch an englischen Stadion und versprach, für reichlich Steher zu sorgen. Am 19. Dezember 2006 wird die Südtribüne abgerissen und der Grundstein für unser neues Stadion gelegt.

Our House (Madness)

Ich will nicht über Entwürfe, wie die “Welle” o.ä. sprechen. Ein neues Stadion musste sein, sonst hätten wir mittelfristig keine Lizenz zum Spielbetrieb in Profiligen erhalten. Das verstehe ich und die meisten von Euch haben das auch verstanden. Und da klugerweise als erstes die Süd abgerissen wurde, mit der sich 85 % der Stadiongänger durch den Gästeblock eh nicht allzu sehr identifizierten, riss die Schleifung der Südkurve keine allzu große emotionale Lücke. Man nahm es hin und ggf. wurden die Tränen von einigen langjährigen Südstehern von dem einen oder anderen als etwas wunderlich zur Kenntnis genommen. An dem Erdhügel neben dem Gästeblock hing das Herz nicht so eng. Ein zweiter, ebenso kluger Schachzug: Der organisierten Fanszene den Stehplatzbereich der neuen Süd zu versprechen. Als selbstorganisierte Kurve. Somit sind die kritischsten Sprachrohre ruhig. Lernt man in der Projektleitung am ersten Tag: Mache Gegner zu Beteiligten.

Insgesamt ging Neugier um. Neugier, ob “die da oben” das wirklich hinkriegen, eine Kurve zu bauen und wie diese wohl aussieht. Immerhin waren wir alle gedanklich immer noch Anhänger des “Chaos-Club” FC St. Pauli. Dass er das so langsam nicht mehr war, hatten wir noch nicht verstanden. Daher: Kritik? Nö, nicht laut. Alles gut. Es lief.

Success (Iggy Pop)

Und wie es lief. Zwei mal zweite Liga mit wirklich beachtlichem Ergebnissen und dann kam die Erstliga-Aufstiegssaison, die vielen noch mit einem furiosen One-Touch-Fussball in Erinnerung bleibt. Dass hier die eigene Vergangenheitsverklitterung auch für Mythen sorgen kann, versuchte ich im Trainerdiskussionsartikel in der letzten Ausgabe zu ergründen. Egal. Wir waren auf Aufstiegskurs. Was im Hintergrund lief, interessierte immer weniger. Die Südkurve stand und sah toll aus. Die alte Süd vermisste kaum jemand, nein, man freute sich auf das, was noch kommen sollte. Und nun klopfte man bei der ersten Bundesliga an und mit der Truppe und dem Trainer sah man die Chance… vielleicht wie Mainz… oder Freiburg… langfristig… Stabilität… etablieren…

Wir entwickelten Wünsche wie ein Endreihenhausbesitzer in Tornesch. Es sollte doch bitte jetzt mal ruhig und erfolgreich zugehen. Nun müsse man sich auch mal etablieren, forderten viele, während sie die “non established since…”-Fahne schwenkten…

Ich will nicht werden, was mein Alter ist (Ton Steine Scherben)

Und doch, viele erinnern es und beim Sichten von Joachim Bornemanns Film “Rausgehen! – Warmmachen” – Weghauen! – St.Pauli!”, der glücklicher Chronist des Aufstiegs 2006 in die zweite Liga wurde, sah man den Unterschied. 2006 war Herbeibangen, Hoffen, Angst und Abschütteln von vier Jahren Regionalliga, die man satt hatte. Es waren die treuen Regionalligabesucher, welche eben auch diesen Weg mitgingen. Dort war man unter sich. Es gibt nicht wenige, die heute sagen, die vier Jahre Regio waren für die Fanszene eine schöne Zeit. Aber trotzdem: Man wollte wieder Profi-Fußball erleben und Spieler der gegnerischen Mannschaft auch mal kennen, bei mehr als 4-6 Spielen im Jahr auch Gästefans in nennenswerter Anzahl am Millerntor begrüßen. Die Aufstiegspartys waren spontan, echt und sehr persönlich. Viele feierten im Rahmen ihrer Bezugsgruppen, unbekannte Menschen fielen sich auf den Straßen in die Arme, es war Rausch und ehrliche Fröhlichkeit.

Der Aufstieg 2010 dagegen war emotional seltsam. Natürlich Freude und auch Stolz, viele hatten aber die Ereignisse um 2001/2002, die im Durchmarsch zur Regionalliga endeten, nicht vergessen und so mischte sich auch Sorge in die Freude. Und: Das ganze war so unendlich groß. Bühnen mit Boss Hoss und anderem Mainstreamkokolores bevölkerten den Stadtteil. War das noch mein St. Pauli? War das noch Subkultur? War das nicht schon hsv? Egal. In alkoholgeschwängerter Luft vergaß sich vieles. Wir waren nun Erstligist und das zum 100-jährigen Vereinsjubiläum und mit Fertigstellung der neuen Haupttribüne.

Geht noch mehr?

All This and More (Mad Sin)

Ob es der Moment war, an dem wir unserer Unschuld verloren oder ob dieser schon Jahre vorher zurück lag oder eben sukzessive von statten ging, vermag ich nicht zu sagen. Ich möchte aber jetzt ganz subjektiv von meinem Erleben der Hinrunde der ersten Liga berichten.

Ich war heiß wie Frittenfett!! Meine Bezugsgruppe und ich (Fanclub Optimistische Fatalisten) standen damals in der Gegengrade noch ungefähr am Ende der Heimtrainerbank. Also alter Block E Richtung Nord. Ich freute mich auf die Saison und auf die großen Namen wie ein Kind. Ich war mir sicher, dass wir eine supportmäßig unfassbare Saison erleben werden. 34 Endspiele! Ein ganzes Stadion voller Hunger nach Erstligafussball. Die neue Haupttribüne. Wird sie genau so toll wie die Süd? Das erste Auswärtsspiel gegen Freiburg lief gut, also fertigmachen zur Gänsehaut beim ersten Heimspiel gegen die TSG Hoffenheim und nach dem Bierkauf die Treppen der Gegengraden hoch in den Block und ……..BÄNG!

Another Brick in the Wall (Pink Floyd)

Ich sagte irgendwas wie “Oh, dass sieht ja……. beeindruckend aus” im ersten Angesicht der riesigen Wand, die mich erschlug. Die neue Haupttribüne. Ich spürte in diesem winzigen Moment, dass sich bei meinem FC St. Pauli nun alles verändern würde und ich ahnte, dass es das schon die ganze Zeit tut, aber dass es nur wenige Momente gibt, wo es nicht schleichend passiert, sondern wo Du es siehst und spürst.

Ich war entsetzt. Wir hatten eine Betonschüssel, wie alle anderen Stadien eben auch. Wo war unsere Individualität angesichts einer 08/15-Arena geblieben? Was gab mir das recht, mich als Teil von etwas Besonderem zu fühlen, wenn ich den Abriss genau dessen selber mit bejubelt habe (und damit meine ich nicht nur Mauern und Steine).

Enjoy Yourself (The Specials)

Aber man fand sich ab und huschte ins Spielgeschehen. Die Hinrunde lief sportlich ganz gut, aber eine weitere Enttäuschung machte sich breit: Endspiele? Ein Stadion voller Hunger? Explodierende Stimmung? Nö! Sonntagnachmittagsatmosphäre im Sonnenlicht. Support aus den üblichen Ecken, aber nicht so, wie von mir erwartet. Nun wird jeder den Support so beurteilen, wie sein Standort es zulässt. In der Gegengrade Richtung Nord war nüscht. Nun war schon lange Zeit meine und eine benachbarte Bezugsgruppe, die einzigen, die in unserer Ecke konsequent supporteten, meist gelang uns jedoch, auch die Umgebung mitzureißen. Aber in dieser Saison sahen wir um uns herum fast nur neue Gesichter, die wohl auf der Suche nach der Erstliga-Pauli-Paaadie nicht schnallten, dass man diese nicht besucht, sondern selber veranstalten muss.

Das ganze gipfelte dann in einem Sonntagnachmittagsspiel, in welchem sich ein einzelner Zuschauer vor uns umdrehte und uns bat, etwas leiser zu singen, es sei nun schließlich schon sehr laut. Da blieb uns selbst das Zurückpöbeln im Halse stecken.

Lets lynch the Landlord (Dead Kennedys)

Und vereinspolitisch? Corny hat auch seinen Abgang klug gestaltet und zum Aufstieg hingeschmissen. Es folgte das aktuelle Präsidium um Stefan Orth. Ein völlig unbeschriebenes Blatt und in seiner Wirkung über den Verein hinaus quasi unter dem Radar fliegend. Eigentlich nach dem napoleonischen Corny Littmann vielleicht ja ganz erholsam. Das Vorstandsteam bestand aus vielen Menschen, die modernes Management verstehen und sich artikulieren können. Es übernahm die Generation der Manager, die für Subkulturelles und Wirtschaftskritisches nicht nur Verachtung über haben, sondern in den Dialog treten und versuchen, auch hieraus Wachstumschancen zu generieren. Die, die selber mal besoffen Gitarre gespielt haben und nun mit Verständnis und nicht mit Distanz versuchen, die Jugend zu braven Konsumenten zu konditionieren. Überzeugungstäter!

Es folgten die SMS-Videowände und Susis Showbar-Exzesse. Ich erspare uns allen eine Rekonstruktion der Ereignisse. Wer lesen will, tue dies in unserm Blog: blog.uebersteiger.de und dann mal ganz unten nach Dezember 2010 scrollen. Im Mainzspiel wird man fündig.

Zu kalt (Slime)

Bundespräsidial gesagt: Hier wurde der Rubikon mehrfach überschritten! Das Spiel gegen Mainz interessierte nicht mehr und es passierte ENDLICH etwas, was mir den Glauben an uns und dass wir überhaupt noch etwas Besonderes sind, zurückgab: Die Sozialromantiker-Initiative und the Birth of Jolly Rouge.

Langsam und ganz unbemerkt verprofessionalisierte sich unser Verein immer mehr und wir Fans, von Erfolg zu Erfolg taumelnd, begriffen dieses nicht. Erst jetzt wachten viele auf, rieben sich die Augen, sahen eine riesige Beton-Tribüne mit Stripteasetänzerinnen, SMS-Leinwänden und Konsumenten im Publikum. Das Geschrei nach Verstärkungen bei jeder Niederlage ist natürlich der unterschiedlichen Verteilung von kognitiven Fähigkeiten geschuldet und nach dem achten Bier und Spieltagsfrust auch sofort verziehen, aber Forumskultur und Erfolgsansprüche dieser Tage waren durch Erfahrungswelten geprägt, die eben seit nunmehr 2004 keinen Abstiegskampf mehr erlebt haben. Es ging immer bergauf, bzw. zumindest nie bergab. Identitätsstiftung und Verantwortung gegenüber dem Symbol FC St. Paul traten immer mehr hinter die Frage zurück, wann Ebbers endlich seine Form wieder findet.

Red Skies over Paradise (Fisher Z)

Rot! Alles Rot. Alle hatten gebastelt. Einer der unglaublichsten Momente im Dasein eines St.Pauli-Fans. Unser Blog hat damals viele Reaktionen zusammengefasst: blog.uebersteiger.de und dann im Januar 2011 das Freiburgspiel suchen. Das spricht für sich selber…

Nur soviel: Wäre unser Präsidium nicht so dusselig gewesen, diese Videowände zuzulassen, wer weiß… Wäre es auch bei weiterhin schleichender und unbemerkbarer Kommerzialisierung zum Jolly Rouge gekommen? Hätte Hätte Fahrradkette! Und doch zeigt sich immer wieder und immer mehr, dass die soziale und stadtteilige Komponente des FC St. Pauli auch zunehmend weniger Fans interessiert. Ich will es nicht dramatisieren, die deutliche Mehrheit ist wohl immer noch klar “auf Kurs” und doch fällt es auf.

Im Old (but I used to be young) (Klingonz)

Der Verein hat an (in Werberdeutsch) Sexappeal deutlich zugenommen, ist attraktiv, weil er nicht nur blanken Fußball bietet, sondern ein Spektakel Drumherum und – wohl am wichtigsten – ein Gefühl. Auch der SUV-Fahrer aus Nienstedten mit dem Jolly-Roger auf anthrazitmetallic kramt noch mal seine Lederjacke raus und ist beim Stadionbierchen ganz rebellisch unterwegs. Angesichts einer deutlich älter werdenden Fankultur speziell bei uns ggf. ein typisches Phänomen. Die Rebellen von einst sind bürgerlich geworden. Ich bin es selbst.  Und da verändern sich Denkprozesse. Man überträgt das Alltagsdenken, welches Erfolg gegen Invest und ggf. auch Verzicht abwägt, auf alles, und eben auch auf seinen Fußballclub, weil diese Prozesse in einem implementiert sind. Man wird Kunde!

Ever Fallen in Love (Buzzcocks)

Aber: Und das ist doch die Kernfrage, die immer wieder gestellt wird und jeder anders beantwortet:
Warum bin ich Fan des FC. St. Pauli?

Um für die Beantwortung als Prämisse mal kurz mit aus meiner Sicht absolutem Blödsinn aufzuräumen: Nick Hornby hatte nicht nur Unrecht, Hornby bedient reaktionär-romantische Klischees, weil sie sich hübsch lesen.

Nicht Du suchst Dir Deinen Verein aus, er sucht Dich aus!

Das ist bullshit. Hornby spricht uns damit die Fähigkeit zur freien Entscheidung ab. Natürlich ist es für viele Menschen ein prägendes Erlebnis gewesen, mit ihrem Papi als 5-jähriger zu Verein SV XYZ zu gehen. Und dass sich durch den Wunsch auf Repetieren und dessen Umsetzung eine emotionale Verbindung ergibt, kann man verstehen. Ist diese aber nicht eher an “Papi” als an den SV XYZ gerichtet? Sucht man nicht nach dem vermeintlichen Gefühl des ersten Kicks und verklären wir nicht unserer Erlebnisse, wenn wir mit Idiomen wie “mit großen Augen”, “wars um mich geschehen” und “Ursprung einer großen Liebe” beschrieben werden? Ich sehe vielerorts Kinder in Stadien, die sehr viel mehr mit Konsumieren von Dingen und dem Drumherum beschäftigt sind, als dass hier 90 Minuten konzentriert Fußball geschaut werden würde.

Ist es nicht vielmehr so, dass für viele von uns der FC St. Pauli der Verein “auf den zweiten Blick” war. Für viele Zugezogene nicht-gebürtige Hamburger sogar sehr häufig, aber auch für hier Geborene? War es so faszinierend, dass der FCSP bei den ersten von uns besuchten Spielen den Gegner mit 5:0 niederrang? Oder war es vielmehr das Gefühl, in einer antirassistischen, antifaschistischen, antisexistischen und gewaltfreien Atmosphäre Fußball leidenschaftlich aber auch mal n Happen intelligenter und selbstironischer zu supporten, als “Danke“…”Biiiittte“? Weil hier Gestaltungsspielräume waren und diese durch Fans belegt werden konnten? Weil Chaos, Mißwirtschaft und auch der Misserfolg Projektionsflächen zuließen und Räume gaben, Räume für uns selbst? Dem System “Fußball” ein Schnippchen schlagen, in dem man Erfolg haben will, aber nicht MUSS!

Wenn wir – nach Hornby – gar keine Wahl haben, wieso sind wir dann nicht alle automatisch Fans des Veriens unserer Geburtsstadt? Oder des DFB-Teams? Zumindest die, die hier in Deutschland geboren wurden? Ich bin es nicht, weil ich den DFB verachte, die Mannschaft nicht mag und mir die chauvinistischen Ballermann-Affen in den DFB-Shirts alle zwei Jahre im Sommer das Gefühl geben, da nicht reinzugehören. Weshalb habe ich also keine Wahl? Die habe ich sehr wohl….und zwar die Nationalmannschaft zu ignorieren.

Sind wir also alle wahllos und zufällig bei St. Pauli oder ist es eine sehr bewusst getroffene Entscheidung? Und kann diese dann nicht auch rückgängig gemacht werden? Und selbst, wenn wir den kleinbürgerlichen schicksalsgläubigen Gedanken an solch romantisierenden Firlefanz wie “einmal TuS Fleestedt, immer TuS Fleestedt” glauben wollen….. Wie viele Menschen heiraten aus tief empfundener Liebe und lassen sich hinterher scheiden? Bewusste Entscheidungen!

Cant help thinking about me (David Bowie)

Wenn wir also von der Prämisse ausgehen, dass wir aus bewusst gewählten Gründen hier stehen und diese im Nachgang mit emotionalen Erlebnissen unterfütterten, dann haben wir Wahl! Und Wahl macht frei und unglaublich mächtig. Und der Jolly Rouge hat das gezeigt. Versuch das mal woanders! Versuch das mal bei bedingungsloser (= willenloser) Liebe.

Und wenn die einstige Attraktivität, die uns hierher führte und immerhin dafür sorgte, dass wir geblieben sind, nicht vom Erfolg abhing, sondern im Gegenteil, vielleicht sogar vom Misserfolg, warum stellen wir dann den Erfolg immer mehr und viel zu häufig über die Identität? Denn nur darum dreht sich alles. Immer. Bei jedem Thema. Nun wenn Du weißt, wer Du bist, wirst Du glücklich. Erfolg alleine ist nicht sinnstiftend. Und warum gönnen wir uns nicht den Luxus, wenigstens mal beim Fußball unerfolgreich sein zu dürfen? Nicht zu müssen… Zu DÜRFEN! Erfolg gerne, aber immer in Abwägung des Preises! Und ist dieser zu hoch, dann halt nicht.

Hamburger Jungs (Eight Balls)

Und wäre es wirklich so toll, wenn der hsv absteigt? Die haben 100 Mio Verbindlichkeiten. Lass die mal durchgereicht werden. Die können schon mit der Einnahmesituation in der ersten Liga nicht umgehen, wie sollen sie das in der zwoten managen? Und das Stadion dürfte auch nur 1/3 voll werden, wenn Heidenheim dort aufspielt. Und dann? Hurra, wir sind die Nummer eins der Stadt? Wollen wir das? Wirklich? Auch 1860 war mal der große Verein in München, heute “dürfen” sie beim FCB im Stadion spielen und eine einst lebendige Fanszene ist an sich selber und den Erwartungen zerbrochen.

St. Pauli die Nummer eins der Stadt? Klar, mehr Aufmerksamkeit, mehr Kohle, mehr Zuschauer.. Aufstieg. In die BuLi. Dort etablieren. Und ab welchem Jahr in Liga eins wird der Gedanke aus Sponsorendruck zum ersten mal gedacht werden, das Spiel gegen die Bayern im (nun immer leeren) großen Hamburger Stadion in Stellingen auszutragen? Und wann wird er umgesetzt? Wann kommt der BVB hinzu, wann Schalke. Wann kommen die Erfolgsfans aus HH alle zu uns? Drei große Tageszeitungen und Sky, ARD und ASS, alle auf uns! Wann kommen die Eventies in doppelter oder dreifacher Anzahl? Kiezbummel, Fußball und Herbertstraße. Ihr Event für ihre Geschäftspartner. Titten, Bier und Fußball. Wann kommen die Touristen-Kombitickets “König der Löwen”, “Schmidt’s Tivoli” und “FC St. Pauli” für ein tolles Wochenende mit den lustigen Paulis?

Manchmal ist unterm Radar zu fliegen vielleicht doch nicht so schlecht.

Whats going On (Marvin Gaye)

Zurück zum Geschehen der letzten Jahre in und um den Verein. Da will ich nicht in Details verfallen, die wir alle noch präsent haben. Remember Schweinske-Cup, remember die daraus resultierenden Stadionverbote, remember Sicherheitspapier, wo unser Präsidium Täter und nicht Opfer wurde, remember Kiezhelden, remember Süd-Blockade, remember Kassenrolle, remember Kassenrollenhexenjagd, remember “Bullen aus der Kurve”, remember Abriss Gegengrade (Geheult wie ein Kind!!) und Neubau Gegengrade, remember Fanräume etc.pp.

Ein klares Bild? Nicht im geringsten. Tolle Aktionen der Geschäftsführung wechselten sich ab mit ziemlichem Murks. Ein Präsidium, was sich sehr professionell zu verkaufen weiß. Die können was. Will ich das? Ist das ggf. die größere Gefahr, als die paddeligen Frühstücksdirektoren von früher? War ich nicht in der Regio manchmal glücklicher, weil wir unter uns waren? Nein, ich will schon Profifußball, aber wie? So wie früher geht nicht mehr. Früher ist vorbei…

Und wir Fans?

Eine zunehmend kleinbürgerliche, wenn nicht reaktionäre Grundhaltung in vielen Ecken des Stadions und in vereinsnahen Social Media machen zudem seit Jahren nachdenklich, wenn die Drastik, mit der Strafen und Ablehnungen formuliert werden, Wutbürgerniveau annehmen und Gewaltphantasien aufgreifen, wenn der kleinste gemeinsame Nenner, so er denn noch existiert, nicht mehr gesucht, geschweige denn gefunden wird. Wenn USP an allem Schuld ist. Wenn der Erfolg alles rechtfertigt.

Wir werden immer mehr, ganz schleichend, so dass es nicht wirklich weh tut, zu dem, was viele beschreien: Eine Marke. Und die hat ein Image und das müssen wir erfüllen. Eine Marke muss funktionieren. Und mehr als anderswo ist der Fan Teil der Marke. Deshalb verspüren auch wir diesen Erfolgsdruck. Pfeifen wir deshalb und schreien erfolgreiche Spieler oder Trainer kaputt?

Willst Du Teil einer Marke sein? Gehst Du deswegen seit Jahren, vielleicht Jahrzehnten dahin? Um eine Marke zu sein?

Das Herz von St. Pauli (Hans Albers)

Sollen die Business-Kasper bei uns Fußball gucken dürfen? Wenns ihnen Spass macht… Warum nicht? Aber WIR bestimmen die Konditionen, nicht die. Wir sind St. Pauli!! Und wenn wir deswegen Einnahmeverluste haben und deswegen einen Spieler weniger kaufen können? So what! Deshalb kamen wir mal hierher! Nicht wegen des Stürmers. Und wenn ich sehe, dass bei Susi immer noch getanzt wird, könnte ich kotzen. Und wenn ich sehe, dass bei uns sexistisch oder homophob gepöbelt wird, könnte ich kotzen, und wenn ich höre, dass die Mannschaft ausgepfiffen wird, könnte ich kotzen. Und wenn ich sehe, wie mit Urgesteinen wie Kalla umgegangen wird, könnte ich kotzen.

In den Momenten ist das nicht mein St. Pauli!

Und das Präsidium und auch die Menschen in den Rängen sollten sich darüber klar sein oder werden, dass der Schatz, den wir hier in den Händen halten, durch Markenprofessionalität, die anderenorts ihr Recht haben mag, gefährdend wirkt, dass Effektivität und Erfolg um jeden Preis den Kern, das Herz von St. Pauli beschädigt. Dass das Herz von St. Pauli wir sind und wir eine freie Entscheidung haben und auch entscheiden können, nicht mehr zu kommen, weil vielleicht die Gründe, die einst dafür sorgten, immer wieder zu kommen, gar nicht mehr da sind.

Sie war, sie ist, sie bleibt (but alive)

Lieber Vorstand des FC St. Pauli. Du hast wirklich viel richtig gemacht und dies auf vielen Ebenen. Und trotzdem werden Dich der Übersteiger und alle Fanzines, die Blogs, die Foren, die Fans und alle beobachten und wir werden aufschreien, wenn wir merken, dass ihr unseren Verein im Kern verändern wollt. Entweder wir wählen Euch ab oder wir wählen Wege außerhalb der offiziellen Gremien.

Wir sehen Euch!

Macht weiter und nehmt so viel Tempo aus der Professionalisierungsschiene, wie ihr nur könnt. Dann werden wir Euch lieben. Einen zweiten hsv wiederum braucht die Stadt nicht. Den hat sie schon!

Und das reaktionäre und gewaltphantasierende Volk in den Kurven und Graden und den Foren und Kommentarspalten, für die Schwule Sau “doch nur son Schimpfwort” ist und die mehrfach konziliant ihre tolle Oberweite positiv ins Rennen führen, wenn Bibiana Steinhaus schlecht pfeift und für die bei jedem Mist USP die Gesamtschuld trägt und die glauben, entscheiden zu können, wann, wie laut und mit welchem Rhythmus andere Fanclubs zu singen haben, selber aber nie supporten: Geht kacken. Wir wollen Euch nicht! Bleibt einfach weg!

Wir wollen offene und tolerante, diskursfreudige und kritische Kurven und einen Verein, der sich so langsam zum modernen Fussball wandelt, wie es nur geht. Je langsamer, desto besser! Wir wollen viele Meinungen, aber keine asozialen Beschimpfungen in der Kurve oder im Netz. Wir wollen eben NICHT so werden, wie andere Clubs, auch wenn wir dann weniger Erfolg haben. Erfolgreichen Fußball kann ich überall sehen, das bei uns, gibt’s nur hier.

Bewahrt unseren Schatz. Ihr Alle!

You got Yours an Ill get mine (The Delfonics)

Zu guter letzt: Mein Essay ist so subjektiv, wie etwas nur sein kann. Auch innerhalb der Übersteiger-Redaktion wird es nicht in allen Wahrnehmungen Übereinstimmung finden. Es sind eben meine Wahrnehmungen der letzten Jahre, die zu meinen Schlussfolgerungen führten. Sind diese zu dramatisiert? Gerade jetzt, wo alles toll ist? Vielleicht. Ich habe aber gelernt, in guten Phasen skeptisch und in schlechten optimistisch zu sein.

Hast Du andere Wahrnehmungen, Erfahrungen und Schlussfolgerungen? Das wundert mich nicht, freut mich sogar. Ich erhebe keinen Anspruch auf Allgemeingültigkeit. Ich schreibe nur, was mich bewegt. Ich habe einfach nur Angst, dass das, was mir so lieb geworden ist, irgendwann nicht mehr da ist und es keiner gemerkt hat.  Forza // Mirco

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8 Kommentare zu Erfolg oder Entfolgen? – FC St.Pauli 2004 bis 2014

  1. Gehacktes sagt:

    Puuh. Du hast mir aus der Seele gesprochen. 1:1. und das mit dem “bitte leiser singen” habe ich genauso erlebt. Und diese “Mallorca-Sause” muß ich auch noch verarbeiten… Brauche eine lange Sommerpause..

  2. Norbert sagt:

    So durchgelesen, zwei, drei Anläufe gebraucht… weil manbchmal habe ich nachdenken müssen. Ich kam immer wieder zu dem Ergebnis – oder die Frage: Warum kann ich es nicht so in Worte fassen. Du sprichst mir nicht nur aus dem Herzen nein auch aus der Seele. Zitat: “und wenn ich höre, dass die Mannschaft ausgepfiffen wird, könnte ich kotzen”. Ein Erlebnis in der abgelaufenen Saison ist mir nachhaltig in Erinnerung geblieben. In der Süd sprach eine vor mir stehenden an, dass die Manschaft unseren Support braucht und er mit dem Pfeifen aufhören solle. Die Antwort hat mich erschrocken. “Ich habe Eintritt bezahlt, ich darf hie alles.” Sein Blocknachbar pöbelte darauf hin “Genau er darfalles und du scheiß USP gibt gleich was aufs Maul.”
    Ach ja ich stehe eigentlich immer unter der Anzeigentafel.
    Du hast so Recht mit den Dingen die Du beschreibst und schreibst. Die Hetze gegen Kalla für mich unverständlich und ich kann nur den Kopf schütteln wie in diesem Fall nicht nur mit Fußballer umgegengen wird, sondern wie hier auf aller tiefsten Niveau ein Mensch fertig gemacht wird. Es gebe noch vieles zu sagen ich spares mir jetzt und freue mich auf die neue Saison.
    FORZA

  3. goldenthunder sagt:

    danke, schön geschrieben!

  4. Moin!
    Ich habe den Artikel schon in der Printausgabe verschlungen und finde ihn Großartig.
    Ich selbst bin erst seit einigen Jahren dabei und um es ganz ehrlich zu sagen, ein Aufstiegsfan. Ich habe immer mit dem Verein symphatisiert, wäre aber ohne den Sportlichen Erfolg sicherlich nie wirklich fan geworden. Allerdings wäre ich das auch nicht, wenn ich nicht so viel positives in meiner Vorstellung mit der Fanszene verbunden hätte.
    Bei meinen Ersten Stadionbesuchen habe ich durchaus “Hornby-Romantik” verspührt und tue es noch. Wenn ich mich aber durch den Fanshop bewege wird mir bewusst: St.Pauli ist (auch) eine Marke. Da gibt es nichts. St.Pauli “verkauft” auch ein Lebensgefühl und ganz befreien kann man sich davon nicht. Und dennoch erlebe ich hier vieles von dem, was ihr als Fans über jahrzente aufgebaut habt sehr intensiv. Es herrscht hier eine besondere Athmosphäre und ein besonderer Geist, der sich kaum in Worte fassen lässt. Das mit dem sportlichen Erfolg auch viele neue Besucher ins Stadion kommen und sich im Dunstkreis des Vereines bewegen ist völlig normal und es ist auch normal, dass das Schwierigkeiten mit sich bringt. Ich hasse es auch, wenn Spieler ausgepfiffen werden. Ich komme ins Stadion um die Mannschaft zu unterstützen zu singen, zu feiern, zu leiden und wenn es sein muss auch zu verlieren. Ich gebe dir, was das Verhalten einiger Fans (vor allem im Netz) angeht uneingeschränkt Recht. Diese Leute wird es wohl immer geben. Traurig aber wahr. Man kann sich da nur immer wieder klar positionieren und mit gutem Beispiel voran gehen.
    Die Herausforderung ist und bleibt es, die Entwicklung des Vereines kritisch zu begleiten. Die Uhr lässt sich nicht zurückdrehen aber man kann hier als Fan bzw. Vereinsmitglied nach wie vor den Weg mit gestalten und das MUSS auch so bleiben. Hier sind Fans und Verein gleichermaßen gefordert einen konstruktiven Dialog am Leben zu erhalten. Ich habe den Eindruck, dass nach dem CLASH 2010 (Sozialromantiker, Blockade etc.) beide Seiten dazugerlernt haben und bin hoffentlich nicht zu blauäugig, wenn ich mir erlaube insgesamt optimistisch zu sein.
    Dennoch hat mich dein Artikel noch einmal neu dafür sensibilisiert, wie zerbrechklich das Ganze ist. Das Leben ist voller Widerpsrüche und dieser Verein ist es auch. Erfolg ist nicht alles. Schon garnicht um jeden Preis und sollte der HSV im nächsten Jahr absteigen, werde ich mich sicher nicht darüber freuen.

    in diesem Sinne

    Jonny Jonas

  5. Stefan sagt:

    So ziemlich das intelligenteste, was ich in den letzten Jahr zu unserem Verein gelesen habe. Danke!

  6. Pingback: #Link11: Es gibt einen Fußballgott | Fokus Fussball

  7. Martin sagt:

    Die Wahrheit tut so gut…Wir sind leider nur noch ein Yuppi und Modeverein…..

  8. Carsten sagt:

    Treffender kann man es nicht beschreiben, Spitzen-Aufsatz, danke!

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