Stellungnahme des Ständigen Fanausschuss zum Verhältnis zum Präsidium in der jüngsten Diskussion

Der Ständige Fanausschuss des FC St.Pauli, zu dem auch Der Übersteiger gehört, mit einer Stellungnahme zum Verhältnis zum Präsidium und der jüngsten Aussage von Dr.Gernot Stenger. Über den Abwahlantrag gegen ihn wird bekanntlich auf der Jahreshauptversammlung am 26.11.2012 im CCH abgestimmt.

Aufgrund des für die Mitgliederversammlung am 26.11.2012 vorliegenden Antrags auf Abberufung des Vizepräsidenten Gernot Stenger und dessen auf der Homepage des FC St. Pauli veröffentlichten Stellungnahme ist das Verhältnis zwischen Präsidium und Ständigem Fanausschuss Gegenstand einer öffentlichen Diskussion geworden. Wir halten es daher für geboten, auch unsere Sichtweise und Einschätzung darzulegen und nehmen wie folgt Stellung:

Am 24. September trafen sich zuletzt Vertreter von Präsidium und Ständigem Fanausschuss. Eines der Gesprächsthemen war die gleichen Tage im Kicker Sportmagazin veröffentlichte Zusammenfassung geplanter Maßnahmen zur (angeblichen) Erhöhung der Sicherheit in Fußballstadien. Seitens des Präsidiumsvertreters wurde in diesem Gespräch geäußert, dass diese Maßnahmen zumindest teilweise nicht besprochen oder gar beschlossen worden seien. Diese Aussage wurde später schriftlich wiederholt. Tatsächlich finden sich jedoch die im Kicker genannten Ideen sehr wohl deckungsgleich in dem Diskussionsentwurf der DFL wieder. Wir halten daher die Aussagen von Dr. Stenger hierzu für nicht haltbar.
Wir haben diese Einschätzung intern mehrfach mitgeteilt. Zunächst wurde seitens des Präsidiums erklärt, das Inputpapier der DFL habe zum Zeitpunkt des Treffens nicht vorgelegen. Erst nach der von uns erbetenen Aufforderung durch den Aufsichtsrat, uns wahrheitsgemäß zu antworten, wurde zugegeben, dass das Diskussionspapier dem Präsidium bereits vor dem Termin mit dem Ständigem Fanausschuss bekannt war.

Inwieweit das DFL-Papier durch das Präsidium tatsächlich als zustimmungs-, unterschriftsfähig o.ä. bezeichnet wurde lässt sich von unserer Seite aus nicht nachvollziehbar belegen. Zur Klärung dieser Frage müssten Präsidium oder Aufsichtsrat die sicherlich vorhandenen schriftlichen Aufzeichnungen zu den entsprechenden Beratungen zumindest den Mitgliedern des Vereins zugänglich machen.

Wir sind enttäuscht über den Umgang des Präsidiums mit uns als Vertretern der organisierten Fanszene des FC St. Pauli. Dies gilt ebenso für die Kritik des Präsidiums am Kommunikationsstil des Ständigen Fanausschuss, welche eher auf formale Umstände als auf Inhalte eingeht, sowie den damit verbundenen Hinweis, ggf. die Gespräche mit der organisierten Fanszene abzubrechen.
Wir erachten unsererseits einen regelmäßigen Austausch als für beide Seiten vorteilhaft, sofern diese Gespräche offen, ehrlich und konstruktiv geführt werden. Wir wiederholen an dieser Stelle unser ebenfalls bereits intern unterbreitetes Angebot, die Gespräche mediativ von einem unabhängigen Dritten begleiten zu lassen, sofern dies zur Schaffung einer gemeinsam getragenen Arbeitsgrundlage vorteilhaft erscheint.

Ständiger Fanausschuss
20.11.2012

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10 Kommentare zu Stellungnahme des Ständigen Fanausschuss zum Verhältnis zum Präsidium in der jüngsten Diskussion

  1. jekylla sagt:

    Jetzt muss ich doch Verschiedenes nachfragen:

    ” wurde in diesem Gespräch geäußert, dass diese Maßnahmen zumindest teilweise nicht besprochen oder gar beschlossen worden seien..” Der Kicker veröffentlicht einen Diskussionsentwurf. Ist es möglich, dass Teile eines Entwurfs nicht besprochen wurden und ist es möglich, dass ein Entwurf kein Beschluss ist bzw. Teile eines Entwurfs noch lange kein Beschluss sind, sondern ein Entwurf?

    Zweite Frage: ist die Teilnahme von Dr. Stenger ein gemeinsamer Beschluss des Präsidiums oder ist es ein Alleingang von Dr. Stenger, von dem niemand wusste? Wenn gemeinsamer Beschluss, wieso reduziert man die Forderung “Präsidium raus” auf “Stenger raus”, wo beides satzungsgemäss eher schwierig ist?

    Drittens: Ist die Unterzeichnung des Kodex durch Bernd-Georg Spies ein Zeichen für eine getroffenen Übereinkunft, grundsätzlich an der Diskussion teilzunehmen im Namen des Präsidiums alleine oder war auch diese Unterzeichnung dem SFA vorher bekannt?

    Viertens: Wurde vorher ähnlich wie bei Union Berlin versucht (bei Union mit Erfolg), bereits diese Unterzeichnung zu verhindern und wenn ja, wieso war das nicht bekannt und wenn nein, warum nicht? Und müsste dann Bernd-Georg Spies nicht auch raus oder hat er sich durch sein gefälliges Interview wieder Punkte verschafft?

    Fragen über Fragen.

  2. jekylla sagt:

    P.S.: “Nach Abendblatt-Recherchen wurde das DFL-Papier vor der Veröffentlichung ohne Kenntnis Stengers und anderer tatsächlich noch in einigen Punkten abgeändert. ”
    Sollte das Abendblatt korrekt recherchiert haben, wäre dieser Lügenvorwurf entkräftet.

    http://www.mobil.abendblatt.de/sport/fussball/st-pauli/article111343592/Ein-geplanter-Sturz-und-seine-Folgen.html?utm_source=twitterfeed&utm_medium=twitter

  3. WöckiLutz sagt:

    und sollte das abendblatt ähnlich gut recherchiert haben, wie einst im mai bei schuberts erster entlassung, wäre es es nicht.
    mit konjunktiven kommt man wohl nicht weiter, aber der schriftverkehr kann ja problemlos offengelegt werden.

  4. jekylla sagt:

    So ist das eben mit Behauptungen. Von der einen wie von der anderen Seite. Nur dass die von der einen Seite schon mal per se wahrscheinlich Lügen sind in den Augen vieler.

    Die Entlassung Schuberts, auch die Frühlingsposse genannt, ist nicht wirklich ein gutes Beispiel. Zum Zeitpunkt der Info-Weitergabe an das Abendblatt war Schubert raus, später drin. Wer immer da den voreiligen Boten gespielt haben mag…

    Aber egal, in der Tat sollte Schriftverkehr offengelegt werden und wird es wohl auch in Kürze.

  5. Elbläufer sagt:

    Ich kann die Sache im Detail nicht beurteilen, da zu wenig drin, also , vertraue aber eher den Fanausschüssen als den Selbstdarstellern des Präsidiums. Ich unterstütze den Antrag, Rechtsanwalt Stenger von seinem Posten abzuberufen (schon auch aus vielen anderen Gründen), wenn es mir auch sinnvoller erscheint, nicht nur ein Teil aus dem Ganzen herauszulösen, wenn das Ganze falsch ist (äh).

    Eine Nachfrage zur Stellungnahme. Ihr schreibt: “Wir sind enttäuscht über den Umgang des Präsidiums mit uns als Vertretern der organisierten Fanszene des FC St. Pauli.” Ist Enttäuschung nicht ein wenig schwach als Basis, um eine Abwahl zu fordern? Oder ist das hier nur eine schnelle Formulierung, das Inhaltliche ist bereits an anderer Stelle genug gesagt geworden? Dann bitte ich um Nachsicht, dass ich zu … s.o.

    • Frodo sagt:

      @Elbläufer: Ich kann nicht für den STFA sprechen, daher nur meine persönliche Sichtweise zu Deiner Nachfrage:
      Der STFA hat den Antrag nicht gestellt, die Begründung muss also durch die Antragssteller selbst erfolgen.
      Auch ist die Stellungnahme hier keine “Pro & Contra-Antrag” Stellungnahme, sondern lediglich die Sichtweise auf die Geschehnisse und die Verlautbarung von Dr.Stenger auf der Vereinshomepage, unabhängig vom Antrag, auch wenn die Trennung in der öffentlichen Wahrnehmung sicher schwer nachzuvollziehen ist.

      • jekylla sagt:

        @Frodo: Ist in der Tat schwer nachvollzuziehen, da der Antrag und die Stellungnahme sich stellenweise doch sehr ähneln. Wer da nicht täglich im Thema ist und äußerst akribisch, sieht das eher aus einem Guß *nichtrepräsentativeumfrage* Jaja, später 😉

        @Elbläufer: Bei einem Abwahlantrag Richtung komplettes Präsidium hätte ich mich eventuell noch durchgerungen, die zustimmende Hand zu heben, aber den entfernen, der nun gerade unter Beschuss steht, weil er sich äußert und die anderen bringen sich durch Nichtssagen oder Schönreden oder andere “Schweinereien” noch schnell in Sicherheit oder um Kopf und Kragen im Falle von Herrn Woydt´- nee, das kann ich nicht.

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