Preisübersicht: Dauerkarten 1.&2. Fußball-Bundesliga 2013/2014

Da bin ich wieder, nach 2011/2012 und 2012/2013 geht der Versuch eines Preisvergleichs der Dauerkarten aus 1. und 2. Fußball-Bundesliga in eine dritte Runde, dieses Mal sogar mit einer Visualisierung (siehe unten).

Die Regularien bleiben die gleichen, müssen aber auch hier wieder erwähnt werden.
Es gibt drei Kategorien, alle für Vollzahler, ohne Ermäßigung oder Mitgliederrabatt. Neben dem Stehplatz (i.d.R. der Kurvenstehplatz) gibt es zwei Sitzplatzkategorien: Der günstigste Sitzplatz überhaupt, sowie der teuerste auf der Gegengerade, ohne Business-Seats und Logen. Wenn es auf der Gegengeraden keine Sitzplätze gibt, hab ich die (subjektiv) am ehesten vergleichbare Kategorie genommen.
Diese drei Kategorien zusammen ergeben eine Summe, nach der die Tabelle sortiert ist. Klar, könnte man anders lösen, aber auch nach zwei Jahren mit einigen Vorschlägen ist eben immer noch keine (praktikable) bessere Lösung in Sicht. Klar, der “billigste” Sitzplatz in den Arenen von München, Schalke oder Dortmund bietet eine immens schlechtere Sicht aufs Spielfeld als die günstigsten Plätze in Freiburg, Sandhausen oder am Millerntor. Klar auch: ein Stadion mit hohem Stehplatzanteil muss über dieses Segment mehr Geld einbringen als ein Stadion mit fast nur Sitzplätzen.
Einzig faire Variante wäre eine Einzelplatzzählung mit jeweiligem Preis und am Ende die Teilung durch die Anzahl der Plätze… außerdem müsste irgendwie die Verteilung von Steh- und Sitzplätzen ja auch noch einfließen. Wenn ich mal drei Jahre Auszeit nehme, nehm ich das gerne mal in Angriff.

Um den berechtigten Einwänden zu folgen, die Stehplätze seien doch viel wichtiger als diese Fantasy-Summe, sind in allen Spalten jeweils die teuersten Drei rot hinterlegt, die günstigsten grün. Da sieht man aber auch, dass zumindest die Tendenz mit der Gesamtsumme durchaus übereinstimmt.

Soweit die Vorbemerkungen, wer eine Idee für eine bessere und gerechtere Aufteilung hat, darf diese gerne hier in die Kommentare schreiben oder per mail an blog (at) uebersteiger.de senden.

Dauerkartenpreise 2013/2014 1. & 2.Liga (pdf)
Visualisierung (inkl. Sortierfunktion, Erläuterungen siehe weiter unten)

1.Bundesliga

Dauerkarten Preisvergleich 1.Bundesliga 2013/2014

Dauerkarten Preisvergleich 1.Bundesliga 2013/2014

Das Wichtigste vorweg: Nur ein Verein hat wirklich die Preise gesenkt, der FSV Mainz 05, um immerhin 3,6%!
Bei Hannover 96 ist der Preis insgesamt zwar knapp 5% günstiger als in der letzten Saison, allerdings nur, wenn man die Dauerkarte verlängert. Da dies aber sicher für den größten Prozentsatz zutrifft, hab ich das hier so berücksichtigt.

Während Schalke den Preis auf hohem Niveau konstant hielt, Gladbach (dieses Jahr dann ja ohne Europapokal) und Augsburg auf mittlerem und Hoffenheim sowie Wolfsburg gleiches auf niedrigem Niveau taten, erhöhten die anderen elf Klubs allesamt. Bei Leverkusen, dem BVB, Freiburg und Stuttgart liegt man mit <3% noch in dem Bereich, den man Inflationsausgleich nennen kann.
Bei Eintracht Frankfurt (3,36%) kann man sicher die Europapokal-Quali als “Mehrwert” für die Argumentation heranziehen, außerdem sei hier lobend erwähnt, dass der Stehplatz sogar 6,-€ günstiger wurde (nur 35 cent pro Spiel, aber immerhin keine Erhöhung).
Werder (4,85%) und Nürnberg (6,10%) erhöhen etwas kräftiger, hatten aber zumindest im letzten Jahr den Preis konstant gehalten.
Der hsv schlägt mit 7,62% sogar noch stärker zu als letzte Saison sowieso schon (6,8%), argumentiert wird hier wohl mit dem gekündigten Viagogo-Deal, das verlorene Geld müsse man halt wieder reinholen. (Ah, Stichwort Viagogo: Text und Video (47min, englisch) über die Viagogo-Geschäftspraktiken, damit keiner sagen kann, wir hätten Euch nicht gewarnt.)
Der FC Bayern lässt sich das Triple besonders entlohnen, 15% Erhöhung sind (nachdem letzte Saison nicht erhöht wurde) mal ne Ansage. Die bisher sehr günstigen Stehplätze von 120,-€ werden um 16,67% auf 140,-€ erhöht, womit man in dem Bereich (nach Wolfsburg) aber immer noch der zweitgünstigste Anbieter ist. Klar ist aber auch: So furchtbar groß ist der Stehplatzanteil in der Allianz-Arena nun mal nicht.
Die Aufsteiger haben hier natürlich immer eine Sonderrolle, der Aufstieg wird bekanntlich auch bei den Zuschauereinnahmen als Gelddruckmaschine angesehen, leider ist es beim Abstieg selten andersrum. Eintracht Braunschweig erhöht daher mal um gut 43%(!), der Stehplatz ist mit 217,50€ dann auch gleich der teuerste im deutschen Fußball. (Und damit teurer als der günstigste Sitzplatz in Wolfsburg… lustigen Spruch dazu bitte hier selber denken.)
Dafür ist man in Braunschweig bei den Sitzplätzen auf der Gegengeraden mit Leverkusen am günstigsten.
Hertha BSC erhöht sogar um 49% (u.a. Stehplatz von 129,-€ auf 178,-€), war aber in der vergangenen Saison der zweitgünstigste Verein in der 2.Liga und belegt auch in der 1.Liga nach dieser Erhöhung den drittgünstigsten Rang.

Alles in allem hat der BVB den Spitzenplatz damit “souverän” behalten, der FC Bayern hat mit dem Sprung von 12 auf 5 den größten Satz gemacht, ansonsten gab es wenig Bewegung.
175,-€ muss man im Schnitt für eine Dauerkarte im Stehplatzbereich zahlen, den günstigsten Sitzplatz gibt es für durchschnittlich 305,-€ und die besten Plätze schlagen mit 625,-€ zu Buche.
Bemerkenswert bleiben die günstigen Preise in Wolfsburg, die damit sogar in Liga 2 nur “Mittelmaß” wären. In der Auslastung nimmt man mit (immerhin) 89% trotzdem nur einen hinteren Rang ein, günstige Preise sind eben auch nicht alles.

2.Bundesliga

Dauerkarten Preisvergleich 2.Bundesliga 2013/2014

Dauerkarten Preisvergleich 2.Bundesliga 2013/2014

Ein völlig anderes Bild. Gleich bei zehn elf Vereinen (ich hatte Sandhausen vergessen) bleibt der Preis gleich, lediglich drei Vereine erhöhen, dies dafür teilweise deutlich.
Der VfR Aalen (23%) und Energie Cottbus (10%) heben die Preise zwar an, bleiben damit aber auch weiterhin die beiden günstigsten Klubs. Dynamo Dresden erhöht mit 22% ebenfalls deutlich. Möglich, dass dies auch mit dem Ausschluss aus dem DFB-Pokal begründet wird, allerdings findet sich dazu nichts Schriftliches.

Die Senkung der Preise bei der Fortuna und Greuther Fürth fällt gering aus, im Vergleich zu den Zweitliga-Preisen von vor zwei Jahren sind die Tickets bei beiden Klubs um satte 18% teurer geworden, das schafft keine Inflation.

Eine Sonderrolle nimmt hierbei der 1.FC Union Berlin ein. Nimmt man die Kategorien so, wie ich sie gewählt habe, wurden die Preise um 50% erhöht. Dies ist aber in dem Fall eine grobe Verzerrung der Fakten, denn in der Alten Försterei können die Stehplätze weiterhin für 150,-€ bezogen werden, wie in den beiden Jahren zuvor auch. Und bekanntlich sind 3/4 des Stadions ausschließlich Stehplätze. Sitzplätze gibt es eben nur auf der neuen Haupttribüne, auf der die letzte Dauerkarte vor zwei Jahren erworben werden konnte, wo der Preis damals zwischen 240,-€ (außen) und 390,-€ (mittig) lag. Eben diese Haupttribüne erstrahlt nun im neuen Glanz und schlägt ein herbes Loch ins Köpenicker Portemonnaie: 420,-€ außen, gar 600,-€ für die besseren Plätze sind im Rahmen dieser Statistik die absolute Spitzenposition, selbst in Liga 1 würde dies noch zu Platz 6 langen. Klar ist aber auch: Gerade die Alte Försterei zeigt hier durch den hohen Stehplatzanteil auf, dass zumindest in ihrem Fall der Anteil der Steh-/Sitzplatzverteilung irgendwie mathematisch einfließen sollte… allein, mir fehlt, wie erwähnt, die geeignete Formel. Im Stehplatzbereich, und dies sollte für die Alte Försterei maßgeblich sein, liegt man mit 150,-€ auf Platz 10 in Liga 2.

Für die Aufsteiger fehlt mir zur letzten Saison der Vergleich, allerdings liegt der KSC mit den jetzigen Preisen 13% über dem Preis von vor zwei Jahren, die Arminia platziert sich als Aufsteiger mit der Alm gleich mal selbstbewusst auf Platz 8.

Für den durchschnittlichen Stehplatz zahlt man in Liga 2 also 154,-€, Sitzplätze gibt es ab 266,-€ und wenn man gut sitzen will, kostet es 431,-€.

Aus Sicht eines St.Pauli-Fans ist hierbei natürlich der Blick auf den eigenen Verein interessant. Die Preise blieben zur Vorsaison konstant, mit Platz 10 in der Liga und einem Stehplatzpreis von 10,-€ unterm Schnitt gibt es aber wohl nicht allzuviel Grund zu meckern, denn schließlich kann an der besonderen Magie des Millerntors ja keiner rütteln, und guter Geschmack soll ja bekanntlich eh teuer sein. Daher liegen wir noch recht gut.

Visualisierung

Visualisierung der Dauerkartenpreise

Visualisierung der Dauerkartenpreise

Redaktionsmitglied Zwille arbeitet bei so einer Social Media Internet Sonstwas-Firma, und von einem Bürokollegen kam jetzt auch die Idee, diese eher langweilig aussehende Excel-Tabelle mal etwas aufzupimpen. Fragt mich bitte nicht nach Details wie man sowas macht, jedoch lief Marco  vom Kontaktlinsenpreisvergleich (keine Pointe) dann los, sammelte frei verwendbare Vereins-Logos und GPS-Koordinaten ein, schmiss alles in eine weitere Excel-Tabelle und programmierte schließlich diese Visualisierung. Wer also die kommenden Spiele noch besser sehen (im Sinne von Erkennen) will, kann gerne den Link oben mal anklicken und die Preise bei den Kontaktlinsen vergleichen. Da kriegen wir kein Geld für, Marco hat von uns für sein Werk allerdings auch nichts bekommen.

Zurück zur Tabelle: Über die Filter oben kann man die Liga, sowie die letzten beiden und die aktuelle Saison auswählen, man hat einen Schieber für die Preise und sieht das alles dann auf der Karte geographisch angezeigt.  Marco ist auch dankbar für weitere Anregungen hierzu, eine Bratwurst- und Bierpreis-Spalte ist bereits fest eingeplant. Auch Ideen hierzu gerne an die oben erwähnte e-Mail Adresse.
Außerdem lässt es sich nach den einzelnen Spalten sortieren, so dass man je nach persönlicher Gewichtung die Tabelle auch beliebig anpassen kann. // Frodo

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37 Kommentare zu Preisübersicht: Dauerkarten 1.&2. Fußball-Bundesliga 2013/2014

  1. nedfuller sagt:

    Klasse Zusammenstellung!
    Ich zahle lieber 6% mehr als das ich viagogo als offiziellen Partner habe. Frag mal die Schalker…

  2. nedfuller sagt:

    Die Visualisierung ist der Hammer. Wenn du irgendwann mal Zeit hast, erklärst du mir, wie du das gemacht hast?

    • Frodo sagt:

      Ich würde ja gern, aber ich hab selbst keine Ahnung davon. Außer, dass ich die zu füllende Excel-Tabelle mit den Grunddaten gefüllt habe.
      Aber @wilkosteinhagen könnte evtl helfen, oder ich lass mir das bei Gelegenheit selber mal erklären. 🙂

  3. Tim sagt:

    Lustige Tabelle. Erstens gibt es keinen Wettbewerb. Kein BVB-Fan würde eine Dauerkarte bei Schalke kaufen, wenn er Geld sparen würde. Zweitens ist es kein offener Markt. An eine Dauerkarte zu kommen, gleicht bei manchen Vereinen den 5er im Lotto zu haben. Auf den Wartelisten stehen bei populären Vereinen Zehntausende. Eher wird die Karte vererbt, an Freunde verliehen oder bei viagogo angeboten, als zurückgegeben.

    Also: Ein nicht vermehrbares, begehrtes, und nicht frei handelbares Produkt. Die einzieg message aus der Tabelle ist, die deutschen Vereine handeln nicht nach Marktgestezten. Denn im interrnationaler Vergleich sind die Dauerkarten der deutschen Vereine spottbillig.

    • Frodo sagt:

      Danke für Deinen Beitrag, mit “lustig” ist dann das entscheidende auch erreicht, mehr als eine Spielerei kann es aufgrund der vielen verschiedenen Faktoren auch nicht sein.

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  5. Hatebreed sagt:

    Aussagekraft der Preisvergleichtabelle: Nahezu null.

    Wo ist beim FC Bayern die Zwangs-Mitgliedschaft eingerechnet?

    Wie wird eingerechnet, dass beim BVB die teuerste Preiskategorie 15 nur in 1,3 Blöcken zu finden ist (ca. 5% der Tribüne), beim FC Bayern aber in 18 Blöcken (75% der Tribüne) zu bezahlen ist?

    usw. usw.

    Sorry, für mich ist das ein bisschen Effekthascherei und damit auf B*ld-Niveau.

    Wenn man wirklich einen halbwegs fairen Vergleich anstellen möchte, kommt man um die “Spaghetti Lösung” nicht drumherum: Stehplatz, Hauptribüne Mitte / 16m Linie / Eckfahne Unterrang und Oberrang), das Gleiche für die Gegentribüne, Sitzplatz Kurve/Ecken, Sitzplatz Unterrang Hintertor/Eckfahne Ober- und Unterrang. Dann hätte man 18 Werte und schon eher ein wenig Aussagekraft.

    • Frodo sagt:

      Warum die Schärfe?
      Ich hab die bedingte Aussagekraft im Artikel mehrfach erwähnt und gehe auf die Sonderfälle jeweils ein, damit hoffe ich mich zumindest von dem von Dir erwähnten Presseerzeugnis abzuheben, von der fehlenden skandalisierenden Überschrift mal abgesehen.
      Ansonsten hast Du mit Deinen Einwänden völlig Recht, wie dies alles einigermaßen praktikabel mit angemessenem Zeitaufwand transparent abzubilden ist, weiß ich leider trotzdem nicht.
      So lange bleibt die Tabelle, was sie ist: eine Zahlenspielerei.

      • Hatebreed sagt:

        Ok, sorry.

        Da habe ich Dir ein bisschen unrecht getan. Es gibt ähnliche “Vorhaben”, die einfach nur auf möglichst viele Clicks aus sind.

        Und solche Vorhaben (Sachen, die man eigentlich nicht vergleichen kann) sieht man zudem auch noch oft in der Bild. Oft mit noch mit ner reisserischen Headline.

        Naja, nichts für ungut!

        • Frodo sagt:

          Alles okay, und bzgl der Klickzahlen bin ich (abgesehen vom gebauchpinselten Ego) recht unverdächtig, da wir hier keinerlei Werbung haben.
          Ich werd aber Mittwoch wohl noch ein paar Worte zum BVB ergänzen, da hatte ich (glaube ich) letztes Jahr mehr zu geschrieben und trotzdem die gleiche Diskussion, es fehlt mir halt nur der korrekte Hebel (mathematisch) um die Stehplatz/Sitzplatzverteilng einfließen zu lassen, siehe auch das wesentlich extremere Beispiel Union in Liga 2.
          Will sagen: tüftel doch gerne mal am BVB mit öffentlich zugänglichem Material herum und versuch nen aus Deiner Sicht fairen wert für Euch zu finden. Wenn Du den hast, meld Dich gerne und ich versuch das auf die andren zu übertragen.

      • icke sagt:

        Also der Preis der Dauerkarte bei Hertha BSC ist um einiges günstiger, als die 179,-. Wenn offenbar beim FC Bayern auch die Preise für Mitglieder eingerechnet werden, dann solltet ihr da auch die richtigen Preise nehmen. (http://www.herthabsc.de/de/tickets/dauerkarten/kategorien/preise/page/475-2075-104–.html)

        Daneben dürfte/sollte bekannt sein, dass das Olympiastadion Berlin mit 100% Sitzplätzen ausgestattet ist. Das heißt, es gibt offiziell keine Stehplätze, auch wenn beim Spiel gestanden wird. Dem entsprechend dürfte bei Stehplatz nichts stehen und die -korrigierten- Wert eins rüber rutschen und vorn halt ne Null oder nichts stehen.
        Die einzigen die stehen müssen, sind die Menschen vorm Block und die bekommen noch (ein wenig) Geld dafür. 😉

        Ach ja. Und wenn ich mich richtig erinnere, dann ist beim FC Bayern auch noch 1x Europapokal mit drin. Bei anderen weiß ich das nicht.

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  7. Fabian sagt:

    Haha, aber da muss ich Hatebreed Recht geben. Diese Aufstellung wird dir in jeder Statistik Vorlesung aber sowas von um die Ohren gehauen. Du stellst hier einen Vergleich auf, der in etwa auch so auf das Einkommen weltweit übertragen werden kann: Man nehme den höchsten Verdienst eines Deutschen und das niedrigste Gehalt eines Deutschen, addiere dies und vergleiche diese Summe dann mit den Werten der anderen Nationen. Aussagekraft? Natürlich gleich 0.

    Da sind viel zu viele Faktoren unberücksichtigt geblieben. So bekommt man den Eindruck, in Dortmund würden die Fans überdurchschnittlich viel zahlen. Dank der vielen Stehplätze und auch der Verteilung von hohen zu niedrigen Preisen, ist dies aber ganz und gar nicht der Fall.

    Ich empfehle dazu mal den Deloitte Football Money League 2013 Report anzugucken.
    http://www.deloitte.com/assets/Dcom-UnitedKingdom/Local%20Assets/Documents/Industries/Sports%20Business%20Group/uk-sbg-football-money-league-2013.pdf
    Ohne auf die anderen internationalen Teams einzugehen, sehen die Einnahmen der Bundesligisten aus dem Ticketing wie folgt aus:
    1) Bayern München 85,4 Mio
    2) FC Schalke 04 43,1 Mio
    3) Hamburger SV 40 Mio
    4) Borussia Dortmund 31,4 Mio
    (ansonsten befinden sich keine weiteren deutschen Teams in der Top 20 international)
    Hätte man diese Verteilung anhand der Tabelle oben gedacht? Wohl eher nicht.

    Es ist halt alles eine Sache der Betrachtungsweise. Ich denke, die Tabelle oben ist interessant, aber auch nur bedingt brauchbar.

    • Hatebreed sagt:

      Naja, deloitte.com ist auch nicht wirklich vergleichbar, das liegt aber am Zahlenmaterial vom BVB.selber: Die Einnahmen von Logen und Business – Plätzen werden nicht unter Tickets verbucht (deswegen auch der Meilenabstand zu den Blauen)…

  8. Sebastian93 sagt:

    Hatebreed hat natürlich schon Recht, wenn er auf etwaige Zwangsmitgliedschaften hinweist. Die sollten schon einrechnet werden. Auch werden regionale Besonderheiten natürlich nicht abgebildet. Als St. Paulianer weißt Du, dass es praktisch unmöglich ist, eine Dauerkarte ohne (relativ teure) Vereinsmitgliedschaft trotz des Stadionausbaus zu bekommen, womit wir zumindest bei Bayern und St. Pauli bei Phantompreisen sind, die de facto viel höher liegen.

    Was ich aber auch sehr interessant fände und was ich anregen möchte, wäre der Vergleich der Normalkartenpreise pro Spiel. Hier tun sich erstaunliche Unterschiede zur Tabelle oben auf.

    Kleines Beispiel: Für die günstigste Einzelsitzplatzkarte beim FC St. Pauli habe ich in der letzten Saison fast genauso viel gezahlt wie bei einem Europapokalspiel von 96.

    • Frank sagt:

      Es wird ja schon (zurecht) angemerkt, dass die Vergleiche der DK-Plätze nicht ganz aussagekräftig sind, aber wie soll das denn erst bei Normalplätzen gehen?

      Das angesprochene Beispiel: Hannover hatte bei den EL-Spielen ja keine grandiose Auslastung; Ist ja klar, dass die Karten da dementsprechend günstig werden. Ein Verein, dessen Haus ohnehin voll ist, braucht das ja nicht.

      Davon abgesehen gibt es bei einigen Vereinen für jedes Spiel eine neue Preisliste, weil die Preise an die Attraktivität des Gegners angepasst werden. Soll man dann eine Liste aufstellen, in der jedes einzelne BL-, EL, CL- und Pokalspiel aufgeführt ist?

      Ein anderer Fall: Bei einigen Vereinen – wie z.B. in Köln – ist es grundsätzlich möglich Normal-Tickets ohne Mitgliedschaft zu bestellen. Wenn dann aber ein interessanter Gegner kommt, verkaufen sich die Tickets komplett bei den Mitgliedern und als Nicht-Mitglied bist du gekniffen. Wie soll man dass denn dann in die Ticketpreise einrechnen?

      Versteh mich nicht falsch: Ich fände es auch sehr interessant, eine “globale” Übersicht über die Preisgestaltung der Vereine zu haben, aber weder ist das über verschiedene Wettbewerbe hinweg machbar, noch wäre der Aufwand angemessen.
      Und selbst wenn man unbegrenzte Ressourcen und alle notwendigen Informationen hätte würden sich doch immer genug Leute über die Methoden beschweren, weil das jeder anders haben wollte (im Zweifelsfall weil der eigene Verein zu teuer / zu günstig abschneidet).

  9. Fan sagt:

    Was mir fehlt. Die Gesamteinnahmen, bei ausverkauftem Hause und dann einen Durchschnittspreis pro Besucher. Ich bin mir sicher, dass Dortmund dann eher im unteren Drittel angesiedelt wäre und der HSV sicherlich mit Abstand auf Position 1.

    • Frodo sagt:

      Das ist selbstverständlich die ideale Lösung und wurde auch in den letzten zwei Jahren angeregt und ja auch von mir beschrieben. Allein: es fehlt die Machbarkeit. Letzte Saison kam die Antegung in den Kommentaren von einem BVB-Fan, den ich daraufhin bat das doch spaßeshalber nur mal für seinen Verein zu tun.
      Reaktion: bis heute gleich null. Da mach ich ihm gar keinen Vorwurf, denn das dürfte einen pro Stadion wahrscheinlich länger beschäftigen, als mich in dieser Übersicht eh schon (und das sind schon Wochen).
      Von allen 36 Klubs ganz zu schweigen, Ermäßigungen (verschieden für Mitglieder, Studenten und Schüler) fehlen dann ebenso weiterhin wie die hier schon angemahnte Einbeziehung von evtl nötigen Mitgliedschaften.
      Bugl der unterschiedlichen Verteilung von Steh und Sitz wäre es dann auch noch keine Lösung, denn viele teure Stehplätzekönnten dann günstiger sein als viele billige Sitzplätze, aber wie will man die in Relation zueinander setzen?
      Aber Danke für Deinen Beitrag, ich will den auch gar nicht zerreden, sondern nur aufzeigen, dass es auch dazu “Gegenrede” geben wird 🙂

  10. telisen sagt:

    Zwei Faktoren solltest Du m.E. berücksichtigen im nächsten Jahr:
    1. Normalpreise für Karten zu berücksichtigen die kein “Normalpreiszahler” erhalten kann. So gibt es bspw. keine Stehplatzdauerkarten beim Heiligen SV für Nicht-Mitglieder (könnte es aber in der Theorie geben) – entsprechend wäre als “Vergleichspreis” 178,- Ois aufzurufen.
    2. Ticketpreis für den Öffentlichen Nahverkehr
    Da ist unsere wunderschöne Hansestadt ein nettes Beispiel – gilt die HSV-Dauerkarte am Spieltag als HVV-Gesamtbereichstageskarte, so ist das in Hafennähe nicht inbegriffen. Wenn man vom geseier absieht das ja angeblich die HSVer eh alle aus Norderstedt kommen und die Paulis alle in der Budapester Strasse wohnen, macht das einen wesentlichen Unterschied aus (Im HVV-Großbereich 5,80 pro Spieltag, im Gesamtbereich bis zu 15,30)

    Würdest Du diese Faktoren berücksichtigen wäre beispielsweise eine Pauli-Stehplatz-Dauerkarte für einen Bergedorfer ohne HVV-Monatsticket teurer als die Dauerkarte im heiligen Volkspark.

    • Frodo sagt:

      Dankeschön für die Anregungen!
      zu 1.: Aber wer schon eine Steh-Dauerkarte hat, kann diese doch verlängern, auch wenn er kein Mitglied mehr ist, oder? Zudem müsste man dann in den ermäßigten Mitgliedspreis ja die “verpflichtende” Mitgliedschaft einrechnen, ein Teufelskreis.
      zu 2: Ebenso schwierig, denn dann berechne ich bei den Vereinen, die keinen ÖPNV haben einen Wert ein, den man kaum objektiv ermessen kann. Für denjenigen in Stadionnähe (und das “Geseier” verkneif ich mir hier dann gerne ;-)) ist der Zuschlag eben nicht nötig, für einige reicht ne Kurzstrecke, manche brauchen Großbereich hin und zurück und einige wählen die Tageskarte oder kommen vielleicht mit dem Wochenendticket. Welchen Preis soll ich (objektiv und transparent) da ansetzen? Und wenn dies für HH aufgrund regionalem Know-How sogar noch gehen würde, was kostet denn der ÖPNV so in Sinsheim oder Sandhausen?
      Aber da das auch auf Twitter mehrfach vorgeschlagen wurde, werd ich für die nächste Saison wohl zu der Lösung von vor zwei Jahren zurückkehren, in dem ich zumindest eine Info-Spalte “ÖPNV Inklusive Ja/Nein” einfügen werde.
      Beste Grüße 🙂

  11. Christian sagt:

    Die Auslastung von 80% in Braunschweig kann nicht ganz stimmen. Denn durch den Umbau der Haupttribüne lag die Kapazität in der Aufstiegssaison bei ca. 22100 Plätzen. http://www.eintracht.com/eintracht/stadion.html
    Diese 22100 Plätze wurde aber entweder nicht alle freigeben /Sicherheitsbestimmungen), oder wurden mangels Auswärtsfans nicht erreicht. Aber selbst bei einer angenommenen Kapazität von 22100 Plätzen, betrüge die Auslastung 92% 😉

    • Frodo sagt:

      Okay, Danke für den Hinweis. Ich bin von den Werten auf Stadionwelt.de ausgegangen, kann aber gut sein, dass die den Ausbau schon abgeschlossen hatten und ich daher bereits den neuen Wert schon für die alte Saison eingegeben habe.
      Ich werd es dann (voraussichtlich aber nicht vor Mittwoch, da ich unterwegs bin und die Dateien nicht dabei hab) auf die 22.100 Plätze ändern. Leichte Ungenauigkeiten durch Ausbau und Teilsperrung gab es auch bei Union und dem FC St.Pauli, da ist die tatsächliche Auslastung auch höher als der hier errechnete Wert. Ich werd zur neuen Saison wohl nur noch die Kapazität angeben, der Rest ist eh nicht so aussagekräftig.

      • Christian sagt:

        Alles kein Weltuntergang 🙂 Respekt vor der Arbeit! Uns bitte so weitermachen 😉

  12. swatdd sagt:

    preiserhöhung aus einem spiel mehr(letztes Jahr gab es ja das Geisterspiel) 1euro für (pro spiel) das nachwuchszentrum und der ersten Preiserhöhung (seit Einführung) des vvo tickets zusammen (ticket zählt im gesamt Verbundraum des vvo als Fahrkarte (am Spieltag))

  13. Svenne sagt:

    Wie der Autor sympathischerweise zugibt, ist die Statistik für den 1. FC Union nicht ganz fair. Es fließen 67% Sitzplätze in die Bewertung ein, dabei werden überhaupt nur 1.638 Nicht-VIP-Sitzplätze verkauft, was nur gut 8% der Nicht-VIP-Stadionkapazität ausmacht. Stehplatzstadien werden hier schon benachteilgt. Aber schön mal Tabellenführer zu sein 🙂

    • Rating sagt:

      Gerade beim FC Union verschiebt sich die Vergleichbarkeit zu deren Ungunsten, da im Gegensatz zu den anderen Vereinen der ÖPNV-Anteil nicht im Tx enthalten ist. Leider.

      Soweit meine Erinnerung mich nicht im Stich läßt, hat in der 1. Buli nur der Fröttmanninger Verein es unterlassen, beim Tx den ÖPNV-Anteil mit einzubeziehen. Ist ja auch verständlich, schließlich wollen sie ja auch die Parkhaus-Tx für 20 Euro (mit Zahlkarte) verkaufen 😉

      Ansonsten eine sehr informative Tabelle. Tolle Arbeit!

  14. Dominik sagt:

    Schon eine interessante Tabelle und ich ziehe den Hut vor dem Arbeitsaufwand.
    Fortuna Düsseldorf kommt hier in der zweiten Liga tatsächlich sehr schlecht weg, obwohl in der abgelaufenen Saison bundesweit noch von der fairen Preisgestaltung geschwärmt wurde.
    Auf höhere Stadionmieten bei größeren/moderneren Stadien kann und braucht die Statistik gar nicht eingehen, wobei dies natürlich ein enormer Faktor ist. Allerdings wird eine große Preisdifferenzierung an dieser Stelle sehr stark bestraft. Union, Fortuna, ÄffZeh, die Region und Dünamö bieten in der Spitze teure Sitzplätze an, subventionieren damit aber sicherlich die günstigeren Plätzen. In Düsseldorf sind dies nicht nur die Stehplätze, sondern auch die Familienblöcke und vielen anderen günstigen Sitzplätze. Hier ist ja die Frage, ob eine hohe Differenzierung nicht eigentlich wünschenswert ist, damit möglichst viele erschwingliche Tickets angeboten werden können. Die zusätzliche Fleißarbeit würde der Statistik also wirklich helfen, ich kann aber verstehen, wenn niemand diese Arbeit auf sich nehmen möchte.
    Die gebühren der Verkehrsunternehmen wurden ja bereits in den Kommentaren angesprochen, diese können einen enormen Anteil ausmachen. Grade bei Stehplatzkarten können diese den Preisunterschied ausmachen.
    Eine detailliertere Kommentierung wäre allerdings schon eine enorme Verbesserung, also ÖPNV inklusive, Besonderheiten des Stadions und vielleicht die Differenz.

    • Frodo sagt:

      Danke für die völlig korrekten Anmerkungen.
      Vielleicht kann man das zur nächsten Saison auf eine Person pro Verein verteilen und den Aufwand damit runterfahren, trotzdem müsste man dann vorher wichtige und einheitliche Bewertungsmerkmale festsetzen.
      Ich spiele mal mit den Gedanken herum.

  15. Vielleicht gelingt es ja sogar, im nächsten Jahr bestimmte Werte kollaborativ zu sammeln/zu mitteln sowie zu bewerten. Ich meine, Zeit scheinen einige Leute ja genug zu haben und Statistikfresser und -diskutierer ist der Fußballfan an sich ja eh…

  16. Mampfred sagt:

    Sehr schöne Aufstellung, die sicher auch ein wenig Arbeit macht.

    Leider wie schon weiter oben einige male kommentiert lassen sich eigentlich nur die Fankurven preise einigermaßen vergleichen.

    Um dies zu verbessern würde ich noch eine Spalte vorschlagen in der die Stehplatz preise für die Gegengerade aufgeführt werden und dann wenn keine Stehplätze bzw. Sitzplätze vorhanden sind die entsprechende Spalte freilassen. Es lassen sich nun mal Äpfel und Birnen nicht vergleichen. Und eine DK für 165 Euro GG z.B. bei Union auf einmal mit dem teuersten Haupttribünen Sitzplatz (600 Euro) zu listen ist nicht wirklich ne Lösung.

    Zur Gewichtung fällt mir Spontan auch keine Lösung ein ohne das zu sehr aufzudröseln aber über 17000 Stehplätze stehen bei Union z.B. nur 1.638 Sitzplätze im freien Verkauf gegenüber. Rest ist VIP und ein paar im Gästeblock.

    PS: Die Prozentuale Stadionauslastung für Union ist ein wenig zu niedrig da bis Anfang Februar die Haupttribüne im Bau war und somit vor der Winterpause nur 16750 Plätze zur Verfügung standen.

    • Frodo sagt:

      Danke für den Beitrag, alles völlig richtig.
      Ich glaube, durch die Sortiermöglichkeit bei der Visualisierungsseite kann man die Daten schon einigermaßen besser überblicken, aber zugegeben, grade bei Union ist es eben aufgrund des (vorbildlich) hohen Stehplatzanteil schwierig.
      Bzgl der Auslastung: ja, ist bei Braunschweig und St.Pauli ähnlich, da fehlte mir am Ende etwas die Ruhe, dies auch noch auseinanderzupulen. Aber klar, ist völlig korrekt.

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  18. goodsoul sagt:

    Allen Statistik-Besserwisser-Kritiken zum Trotz, finde ich diesen Artikel sehr lesenswert und interessant und er zeigt wieder mal, dass es sich immer lohnt auf dieser Seite vorbeizuschauen.

    Das wollte ich doch mal gesagt haben!

    Forza St. Pauli! Keep the faith!

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  20. Mike sagt:

    Eine tolle Übersicht, da sieht man wenigstens die Preise auf einen Blick und kann sich vorab überlegen, für welche Kategorie man sich entscheidet oder auch nicht.

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